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Stadtgeschichte Dassow

Der Name „Dassow“ ist slawischen Ursprungs und wird auf das slawische Wort für Dornbusch, Gestrüpp zurückgeführt. 1188 wird das Land Dassow („terra Dartsowe“) erstmals erwähnt, 1219 der Ort. Die meisten der umliegenden Dörfer, die heute zur Stadt Dassow gehören, werden im Ratzeburger Zehntregister von 1230 erwähnt.

Dassow Luftbild

Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden des Amtes Schönberger Land gehörten die Orte, die heute die Stadt Dassow bilden, nicht zum Fürstentum Ratzeburg, sondern zu Mecklenburg-Schwerin (Ausnahme: Ortsteil Schwanbeck). Die meisten Dörfer waren in ritterschaftlichem Besitz, daher finden sich hier viele stattliche Herrenhäuser. Besonders eindrucksvoll ist das Schloss Lütgenhof bei Dassow, ab 1839 von der Familie von Paepcke erbaut. Das Schloss beherbergte nach der Sanierung ein elegantes Hotel mit Restaurant und Café. Z. Zt. findet dort ein Besitzerwechsel statt. Auch das Wasserschloss Johannstorf erlangte als Kulisse des preisgekrönten Films "Das weiße Band" überregionale Aufmerksamkeit.

Dassow entwickelte sich im Spätmittelalter zum Marktflecken. Ein solches Mittelding aus Dorf und Stadt blieb der Ort bis zur Verleihung des Stadtrechtes 1938. Ab 1800 erlebte der Ort einen allmählichen Aufschwung. Viele ältere Gebäude aus dieser Zeit sind erhalten und zum Teil liebevoll restauriert. In einem der ältesten Gebäude, der Altenteilerkate an der Kirche, hat der Heimat- und Tourismusverein Dassow die Heimatstube eingerichtet, die nach Absprache besichtigt werden kann.

Der Ausbau des Hafens an der Stepenitzmündung, der Fernstraße von Lübeck nach Wismar sowie der Eisenbahn (in Dassow von 1905 bis 1950) förderten die wirtschaftliche Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert. Der größte Betrieb des Ortes war die Firma Callies, die mit landwirtschaftlichen Produkten und Baumaterial handelte und 1861 den stattlichen Getreidespeicher an der Stepenitzbrücke erbauen ließ.

Den zweiten Weltkrieg überstand Dassow unzerstört, doch begann die sowjetische Besatzungsmacht bereits 1945 mit tiefgreifenden Umgestaltungen: Die Güter wurden enteignet und zum Teil aufgesiedelt. Viele Flüchtlinge fanden Aufnahme. Bis 1960 wurde die Landwirtschaft kollektiviert. Die Grenze zu Lübeck war nun Zonen- und später „Staatsgrenze“. Da der Dassower See zu Lübeck gehört, lag Dassow im Sperrgebiet der DDR. Dies brachte viele Einschränkungen für die Bewohner mit sich. Für Besucher war der Ort weder aus dem Westen noch aus dem Osten erreichbar. Es gab sogar eine Mauer zwischen der B 105 und dem Dassower See, auch die schönen Ostseestrände waren komplett gesperrt.

1989/90 war es mit der DDR und der Grenze vorbei, und Dassow konnte wieder von seiner günstigen Lage profitieren. Es entstand ein beachtliches Gewerbegebiet. Doch auch die Natur ist in und um Dassow in seltener Vielfalt erhalten. Einige Gebiete wurden unter Schutz gestellt. Im Jahre 2004 vereinigte sich Dassow mit den Gemeinden Pötenitz und Harkensee und bekam damit erstmals einen direkten Zugang zur Ostsee.

So sind Dassow und seine Ortsteile inzwischen Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Naturfreunde aus nah und fern geworden. Es besteht auch die Möglichkeit, sich dauerhaft hier anzusiedeln: In Dassow und einigen Ortsteilen entstanden und entstehen Baugebiete für Eigenheime und Ferienwohnungen. Mit Grund- und Regionalschule, Kita, Jugendclub, der Dornbuschhalle (für Sport und kulturelle Veranstaltungen), Einkaufsmöglichkeiten, medizinischer Versorgung und Handwerksbetrieben besteht in Dassow eine leistungsfähige Infrastruktur.

In der Stadt Dassow und ihren 16 Ortsteilen leben heute 4.083 Einwohner.