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Hauptuntersuchung - Abnahme

Allgemeine Informationen

Halter von Landfahrzeugen die durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein, sind, wenn der Betrieb auf öffentlichen Straßen behördlich zugelassen wurde und wenn sie dazu ein Kennzeichen führen, verpflichtet, diese Fahrzeuge auf ihre Kosten in regelmäßigen Zeitabständen untersuchen zu lassen. Die Untersuchungspflicht ruht während der Zeit, in der Fahrzeuge durch einen behördlichen Vermerk außer Betrieb gesetzt worden sind.

Ausgenommen von dieser Pflicht sind Fahrzeuge mit roten Kennzeichen oder roten Oldtimerkennzeichen sowie Fahrzeuge der Bundeswehr und der Bundespolizei.

Die Durchführung der Hauptuntersuchung (HU) erstreckt sich auf das Fahrzeug mit seinen Bremsanlagen, Lenkanlagen, seinem Sichtfeld, seinen lichttechnischen Einrichtungen und andere Teile der elektrischen Anlage, seinen Achsen, Räder, Reifen und Aufhängungen, dem Fahrgestell, Rahmen, Aufbau und den daran befestigten Teilen, seinen sonstigen Ausstattungen für die aktive und passive Sicherheit für die Fahrzeuginsassen, seinen weiteren Ausstattungen, wie z.B. Diebstahlsicherungen, Warneinrichtungen, Geschwindigkeitsmessgeräten etc., den vom Fahrzeug ausgehenden Umweltbelastungen wie Geräusche, Abgase oder Verlust von Flüssigkeiten, seine elektromagnetische Verträglichkeit, den - bei Verwendung zu einer gewerblichen Personenbeförderung - zusätzlichen Untersuchung des Zustandes dieser Kraftfahrzeugeinrichtungen sowie den zur Identifizierung und Einstufung des Fahrzeugs notwendigen Einrichtungen.

Seit 1. Januar 2010 ist die sogenannte Abgasuntersuchung (AU) als Teiluntersuchung in die HU integriert. Nach seiner Untersuchung händigt der amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr (im Allgemeinen als aaSoP bezeichnet) oder der von einer amtlich anerkannten Überwachungsorganisation betraute Prüfingenieur (meist mit PI abgekürzt) dem Fahrzeughalter oder seinem Beauftragten einen detaillierten Prüfbericht aus. Mit einer Prüfplakette, die auf dem hinteren amtlichen Kennzeichen angebracht ist, wird der Monat und das Jahr des Ablaufs der Gültigkeit der Hauptuntersuchung nachgewiesen, in dem das Fahrzeug spätestens zur nächsten Hauptuntersuchung vorgeführt werden muss.

Neben ihrer Pflicht zur Durchführung von Hauptuntersuchungen unterliegen auch der Pflicht zur Durchführung einer Sicherheitsprüfung Lastkraftfahrzeuge ab 7.500 kg zulässigem Gesamtgewicht, Kraftomnibusse mit mehr als acht Fahrgastplätzen und Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht größer 10.000 kg.

Erforderliche Unterlagen

Zulassungsbescheinigung Teil I (ZB I)

Bei getunten oder baulich veränderten Fahrzeugen sind die Prüfzeugnisse oder Änderungsabnahmebestätigungen von Anbauteilen, wie z. B. Sonderfelgen oder Tieferlegungsfedern vorzulegen. Sind diese Änderungen in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen, genügt es diese mitzubringen.

Für HU ohne AU gilt: Bei Kraftfahrzeugen sind auch Nachweise über vorangegangene Abgasuntersuchungen und/oder Gasanlagenprüfungen (für Flüssig- oder Erdgasanlagen zum Kfz-Antrieb) vorzulegen. Sollten diese nicht länger als zwei Monate vor der Durchführung der Hauptuntersuchung zurückliegen und daher noch gültig sein, entfallen dann diese Prüfungen im Rahmen der anstehenden Hauptuntersuchung.

Ist das Kraftfahrzeug mit einer festeingebauten Flüssiggasanlage ausgerüstet, die nicht zum Antrieb des Fahrzeuges dient (z. B. Kocheinrichtung im Wohnmobil), so sollte ein Nachweis über deren regelmäßige Prüfung (Plakette oder Bescheinigung) mitgebracht werden. Bei bestimmten Fahrzeugausführungen muss der fehlende Nachweis nämlich bemängelt werden und eine neue HU-Plakette kann nicht angebracht werden.

Bei schweren Nutzfahrzeugen und KOM ist auch das Prüfbuch vorzulegen.

Das bei land- oder forstwirtschaftlichen Fahrzeugen häufig verwendete Anhängerverzeichnis anstelle der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) reicht bei der Hauptuntersuchung meist nicht aus. Die zu dem Anhänger gehörende Zulassungsbescheinigung sollte unbedingt mitvorgelegt werden.

Bei einer erneuten Wiedervorführung des Fahrzeugs nach seiner Mängelbeseitigung ist zu beachten: Sind bei der ersten Hauptuntersuchung erhebliche Mängel am Fahrzeug festgestellt worden und wird das Fahrzeug zur Nachprüfung der Mängelbeseitigung spätestens bis zum Ablauf von einem Monat nach dem Tag der Hauptuntersuchung wieder vorgeführt, ist der Untersuchungsbericht mit den darin vermerkten Mängeln dem aaSoP oder PI mit vorzulegen. Wird bei dieser Nachprüfung der Untersuchungsbericht nicht vorgelegt oder wird das Fahrzeug später als einen Monat nach dem Tag der Hauptuntersuchung wieder vorgeführt, so hat der aaSoP oder PI statt der Nachprüfung der Mängelbeseitigung eine neue Hauptuntersuchung durchzuführen. Dabei ist eine bis zu zwei Monate zuvor durchgeführte Abgasuntersuchung zu berücksichtigen.

Voraussetzungen

Das Fahrzeug ist in Deutschland zum Verkehr auf öffentlichen Straßen zugelassen und kennzeichenpflichtig.

Kosten

Die Durchführung der Hauptuntersuchung, der Abgasuntersuchung, der erweiterten Prüfung, der Nachuntersuchung und der Sicherheitsprüfung ist kostenpflichtig. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem Arbeitsaufwand und wird von den für die Durchführung der Untersuchungen berechtigten Stellen festgesetzt. Der Gebührentatbestand und der Gebührenrahmen können der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) entnommen werden.

Fristen

Für die Gültigkeitsdauer der Hauptuntersuchung (HU) sind Fristen zwischen 12 und 36 Monaten vorgeschrieben. Detaillierte Fristen zur Untersuchung der Fahrzeuge stehen in Anlage VIII der StVZO. Seit dem 1. Juli 2012 gibt es keine Rückdatierung mehr, wenn der Termin für die nächste Hauptuntersuchung überschritten wurde. Stattdessen ist eine vertiefte Ergänzungsuntersuchung vorgeschrieben, wenn der Termin um mehr als zwei Monate überschritten worden ist. Aufgrund des damit verbundenen höheren Aufwands ist für die Ergänzungsuntersuchung eine um 20 % höhere Gebühr fällig.

Hinweise

Der Halter hat den Untersuchungsbericht über die HU und die AU mindestens bis zur nächsten Hauptuntersuchung und das Prüfprotokoll mindestens bis zur nächsten Sicherheitsprüfung aufzubewahren. Der Halter oder sein Beauftragter hat den Untersuchungsbericht, bei Fahrzeugen, für die Sicherheitsprüfungen durchzuführen sind, zusammen mit dem Prüfprotokoll und dem Prüfbuch, zuständigen Personen und der nach Landesrecht zuständigen Behörde auf deren Anforderung hin auszuhändigen. Der Untersuchungsbericht ist der Zulassungsbehörde bei jeglicher Befassung mit den Fahrzeugdokumenten vorzulegen. Bei Weitergabe des Fahrzeugs (zum Beispiel Verkauf, Schenkung) ist der Bericht der Erwerberin/dem Erwerber zu übergeben. Sollte der Untersuchungsbericht verloren gehen oder sonst abhandenkommen, ist der Halter verpflichtet, sich entweder eine Zweitschrift zu besorgen (bei der Institution, die die HU durchgeführt hat) oder auf eigene Kosten eine neue Hauptuntersuchung durchführen zu lassen. Die Prüfplakette alleine reicht als Nachweis über eine gültige HU nicht aus. War vor oder in der Zeit der behördlich vermerkten Außerbetriebsetzung eine Hauptuntersuchung oder eine Sicherheitsprüfung durchzuführen, so ist die Hauptuntersuchung oder Sicherheitsprüfung bei Wiederinbetriebnahme des Fahrzeugs durchführen zu lassen. Waren in dieser Zeit sowohl eine Hauptuntersuchung als auch eine Sicherheitsprüfung durchzuführen, so ist eine Hauptuntersuchung verbunden mit einer Sicherheitsprüfung durchführen zu lassen. Wäre eine Hauptuntersuchung oder Sicherheitsprüfung bei Fahrzeugen, für die ein Saisonkennzeichen zugeteilt ist, außerhalb des Betriebszeitraums durchzuführen, so ist die Hauptuntersuchung oder Sicherheitsprüfung im ersten Monat des nächsten Betriebszeitraums durchführen zu lassen.

An in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen muss für die Plakettenzuteilung die Hauptuntersuchung in Deutschland durchgeführt werden - in anderen Staaten durchgeführte Untersuchungen werden für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge nicht anerkannt.